Zur Sprachwahl
Zur Metanavigation
Zur Sucheingabe
Zur den Bannertabs
Zur Hauptnavigation
Zum Inhalt

    Nachgefragt bei H. Christoph Freudenberger

    domimage
    Foto: Christoph Freudenberger

    H. Christoph Freudenberger war zunächst in der Automobilindustrie tätig, bevor er 1985 die historischen Baustoffe für sich entdeckte. Zunächst war er als Händler tätig und gründete 1992 den Unternehmerverband Historische Baustoffe e.V., den er seitdem als Geschäftsführer leitet. Seit vielen Jahren lebt er in einem denkmalgeschützten Schwarzwaldhof. Seit 2015 ist Christoph Freudenberger Mitglied im Beirat der denkmal.

    Redaktion: Vor welchen aktuellen Herausforderungen stehen Denkmalpflege und Restaurierung in Deutschland?

    Freudenberger: Die Herausforderung der Denkmalpflege und Restaurierung ist eine grundsätzliche, nämlich der Erhalt von Kulturgut und Zeugnissen alter Handwerkskünste sowie früher industrieller Fertigungstechniken. Hier muss sie sich quasi jeden Tag aufs Neue beweisen. Diese Herausforderung bietet auch Chancen, wie wir als Unternehmerverband Historische Baustoffe e.V. in den vergangenen Jahren festgestellt haben.

    Redaktion: Inwiefern ergeben sich daraus Chancen?

    Freudenberger: Die Denkmalpflege verlangt bei Reparaturen an Baudenkmalen beziehungsweise beim Austausch und Ersatz von irreparabel beschädigten originalen Bauteilen nach authentischen Materialien. Damit sind Elemente gemeint, die verglichen mit dem Original über möglichst gleiche bauphysikalische, chemische und optische Eigenschaften verfügen. Gleiche Verarbeitungstechnik und Herstellungsverfahren sind weitere geforderte Eigenschaften. Solche Materialien lassen sich vorzüglich aus historischen Bauwerken gewinnen, die ganz oder in Teilen aufgegeben werden. Historische Baumaterialien sind Materialien aus alter handwerklicher oder historisch industrieller Fertigung. Ihre Zeit reicht bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Spektrum umfasst alle am Bau vorkommenden Materialien und Bauteile. Einen großen Anteil machen die Massenbaustoffe wie Ziegelprodukte, Natursteine, Hölzer aller Art und Bodenbeläge aus.

    Die Nachfrage nach historischen Baustoffen ist spürbar gestiegen und geht heute von allen verantwortlich am Bau beteiligten Menschen aus. Die Bauherren selbst stellen dabei die größte Gruppe. Ihnen folgen die Architekten und Planer und die Handwerker. Die Motivation für die Verwendung von historischen Baustoffen ist in allen Fällen die Gleiche. Bei der Sanierung, Reparatur oder Gestaltung von Bauwerken werden ganz besondere Ergebnisse erzielt. Hier spürt man, wie in vielen anderen Bereichen des Wirtschaftslebens auch, hohe und höchste Qualitätsansprüche und Wertvorstellungen der Bauherren und der Planer.

    Redaktion: Wie bewerten Sie als Verband diese Entwicklung

    Freudenberger: Als Verband und Zusammenschluss von deutschen Unternehmen, die sich in den Bereichen Sicherstellung, Handel und Wiederverwendung von originalen, historischen Baumaterialien betätigen, beobachten wir nun seit über 25 Jahren den Markt und die Branche. Beides hat sich etabliert und beachtlich entwickelt. Und der Trend nach oben hält nach wie vor an. Das wachsende Interesse an historischen Baustoffen hat dazu geführt, dass der Markt inzwischen über ein hohes Angebot verfügt. Vor allem bei Massenbaustoffen gibt es keinen Mangel. Die Branche hat sich professionalisiert und teilweise auch auf bestimmte Baustoffe spezialisiert. Beides erleichtert den Einsatz von historischen Baustoffen in Denkmalpflege und Restaurierung. Dazu kommt noch die allgemeine Wahrnehmung in der Bevölkerung, dass die Weiterverwendung von intakten historischen Baustoffen als sehr sinnvoll angesehen wird. Die Folge davon ist, dass immer mehr historische Baustoffe der Vernichtung entgehen.

    Redaktion: Welchen Beitrag kann die denkmal als europäische Leitmesse leisten?

    Freudenberger: Auf dem weiten Feld der Denkmalpflege und Restaurierung kommt es in allen Bereichen regelmäßig und häufig zu individuellen Problemstellungen, die entsprechende spezifische Aktivitäten und Vorgehensweisen nach sich ziehen. Die Unterschiede zum modernen Baubetrieb sind beträchtlich. Deshalb benötigt die Branche einen Marktplatz, um sich in ihrer ganzen Vielfalt darzustellen. Man muss die benötigten Materialien, Werkzeuge und Fachleute kennen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Für diese Ansprüche ist die denkmal in Leipzig die optimale Plattform, da sie die Kompetenz der Denkmalpflege bündelt.

    Impressum| Datenschutz| Leipziger Messe GmbH, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig © Leipziger Messe 2019. Alle Rechte vorbehalten