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    Museum bittet um Mithilfe: Schicksale von Leipziger Denkmalen

    02.07.14 | 09:45 Uhr | Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

    Die Ausstellung Freiheit! Einheit! Denkmal! widmet sich verschiedenen politisch umstrittenen Leipziger Denkmalen und wird ab September 2014 im Stadtgeschichtlichen Museum gezeigt. In Vorbereitung des Ausstellungsprojektes bitten wir um Ihre Mithilfe. Gesucht werden Informationen und Überreste verschwundener Denkmale.

    Die Recherchen zur Ausstellung führten zu vielen vergessenen Geschichten und zu manch längst vergessenen Reststücken, doch an einige Denkmale, die zu ihrer Zeit eine große Rolle gespielt haben, erinnert in der Stadt nichts mehr. Auch Archivakten sagen nichts über ihr Schicksal aus.

    Deshalb fragen wir Leipziger Zeitzeugen: Wer kann hier helfen? Wer kann uns mitteilen, was mit den Resten dieser Denkmale geschehen ist?

    Es handelt sich um zwei Denkmale: das 1888 errichtete Siegesdenkmal auf dem Markt, das den Sieg über Frankreich und die Reichsgründung verherrlichen sollte, und das 1953 auf dem damaligen Karl-Marx-Platz eingeweihte Stalindenkmal.

    Siegesdenkmal auf dem Leipziger Markt, um 1890

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    Das Siegesdenkmal stellte Kaiser Wilhelm I., den sächsischen König Albert, Reichskanzler Otto von Bismarck sowie weitere Politiker und Soldatenfiguren dar, überragt von einer fast 4 m hohen Germania. Diese Bronzestatuen standen auf einem Granitsockel.

    Das Denkmal dominierte schon wegen seiner Größe für viele Generationen den Marktplatz und wurde bis 1918 in patriotische Feste einbezogen. Umstritten war es erst in der Weimarer Republik. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand es wie andere "militaristische und nazistische" Erinnerungszeichen jedoch in der Kritik von linken Politikern der Stadtverwaltung und der sowjetischen Besatzungsmacht.

    Im Herbst 1946 wurden die Figuren und der Steinsockel demontiert und abtransportiert. Damit endet die bekannte Geschichte des Denkmals, nur der Verbleib eines Granitblocks ist eher zufällig bekannt. Er fand Verwendung als schlichter Gedenkstein für Heinrich Heine im Garten des Volkshauses.

    Wer kann sich an das Denkmal in der unmittelbaren Nachkriegszeit erinnern und weiß, was mit den Bronzefiguren und Granitquadern geschehen ist?

    Das bronzene Stalindenkmal stand nur zwei Jahre lang an prominenter Stelle vor der Ruine des Theatergebäudes auf dem ehemaligen Karl-Marx-Platz (heute Augustusplatz). Im Zuge des Stalinkults schenkte die DDR-Regierung unter Walter Ulbricht der Stadt Leipzig ein 5 Meter hohes und 25 Zentner schweres Standbild.

    Stalins Tod am 5. März 1953 gab den Anlass, es schnell auf einem improvisierten Holzsockel aufzustellen. Dort wurde es Zeuge der Trauerfeier und anderer offizieller Kundgebungen, aber auch des Volksaufstands am 17. Juni. Bald jedoch war der Sockel marode, auch stand es dem Neubau der Oper im Weg. Deshalb konnte der inzwischen nicht mehr so hochverehrte Generalissismus entfernt werden. Man versprach den Leipzigern, das Denkmal an der damaligen Stalinallee (heute Jahnallee) wieder aufzustellen. Doch wurde die über Jahre eingelagerte Figur in einer heimlichen Aktion offenbar zerstört und eingeschmolzen. Wer kann sich an den Abbau und an diese Aktion erinnern? Sind Einzelteile erhalten?

    Hinweise nimmt das Stadtgeschichtliche Museum gern entgegen.

    Bitte schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an!

    Kontakt: Dr. Johanna Sänger, Kuratorin für Stadt- und Landesgeschichte ab 1800, Tel. 9651313, johanna.saenger@leipzig.de

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