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    Die Messeakademie 2018 »Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau.«

    23.10.18 | 11:14 Uhr

    »Keine Planspiele, sondern realistische Objekte machen die Messeakademie attraktiv« – so lautet die Botschaft der Ausloberin des studentischen Architekturwettbewerbs, der Leipziger Messe GmbH [1]. Im zweijährigen Rhythmus richtet diese die Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung »denkmal« aus. 2018 wird die Messeakademie nunmehr zum zehnten Mal durchgeführt; aktuell mit Unterstützung der Interhyp Gruppe und in Zusammenarbeit mit den Landesämtern für Denkmalpflege in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Seit dem Jahr 2000 präsentieren somit alle zwei Jahre junge Preisträgerinnen und Preisträger ihre innovativen Lösungsansätze für eine stets aktuelle Themenstellung auf dem Messepodium und in der zugehörigen Ausstellung. Diesen aufregenden Momenten gingen jeweils mehrere Monate intensiver Bearbeitung voraus.

    Die Exkursionen zu den Objekten bilden von Anbeginn den Auftakt der feinfühligen Auseinandersetzung zwischen Alt und Neu. Einen ganzen Tag lang können vor Ort die Vertreterinnen und Vertreter der Landesdenkmalämter und der Lokalverantwortlichen befragt werden. Es wird zugehört, fotografiert, gemessen und diskutiert: Welche Bereiche sind denkmalpflegerisch hochsensibel? Wo sind Eingriffe nötig bzw. möglich? Wie kann, vergleichbar mit den Jahresringen eines Baums, der Baugeschichte eine neue Zeitschicht hinzugefügt werden? Deshalb steht auch die Charta von Venedig aus dem Jahre 1964 – und seither ungebrochen anerkannte Richtlinie in der Denkmalpflege – immer wieder im Fokus der Diskurse. Manche Studierende kommen gemeinsam mit ihren Lehrenden der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen an Hochschulen und Universitäten, andere stellen sich eigeninitiativ den Herausforderungen der Planungskonkurrenz. Während bei den vergangenen neun Messeakademien die Suche nach denkmalverträglichen Nutzungen für die historischen Gebäude, Anlagen oder Quartiere im Mittelpunkt stand, wurden diesmal teilweise ganz konkrete Nutzungsideen vorgegeben. Die Auslobung 2018 lockte mit dem Thema »Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau.« mehrere hundert Studierende in drei denkmalgeschützte Anlagen.

    Das Objekt »Deutschordenskommende in Bergen« (Sachsen-Anhalt)

    Die Klärung der Frage »Was ist überhaupt eine Deutschordenskommende?« führte die jungen Menschen gedanklich zurück bis in die Zeit der Kreuzzüge zur Verbreitung des christlichen Glaubens. Die Ursprünge dieses geistlichen Ritterordens liegen in einer karitativen Spitalgemeinschaft von Kreuzfahrern im Heiligen Land. Im 13. Jahrhundert weitete der Deutsche Orden (auch Deutschherrenorden oder Deutschritterorden genannt) seine Niederlassungen im Heiligen Römischen Reich, im mediterranen Raum, in Siebenbürgen und im Rahmen der deutschen Ostkolonisation aus. Seine Verwaltungsorganisationen verstanden sich auch als Träger mittelalterlicher Kultur. Die Verwaltungsbezirke nannten sich Balleien und die einzelnen Niederlassungen wurden als Priorate (Kommende oder Komturei) bezeichnet.

    Die 1277 gegründete Kommende Bergen mit ihrer bis heute erkennbaren wehrhaften Befestigung gehört zur Deutschordensballei Sachsen. Nachdem 1809 die Kommende von der Regierung aufgelöst wurde, wechselte sie mehrfach den Eigentümer [2, S. 12 – 15] – die zugehörigen Geschichten wären eigene Aufsätze wert. In den 1980er-Jahren, damals infolge der Enteignung im Jahr 1945 Teil des VEG (Volkseigenes Gut) Seehausen, kam es schließlich durch mangelnde Bauunterhaltung zum Abriss etlicher Gebäude. Die verbliebene denkmalwerte Bausubstanz und auch die bildlichen Darstellungen auf den Epitaphien der in der Kirche begrabenen Landkomturen und Ritter vermitteln bis heute Zeitgeschichte bildlich. Das Gehöft fand 1995 glücklicherweise denkmalbewusste Neueigentümer. Diese errichteten auf den Fundamenten eines verloren gegangenen Gebäudes das Wohnhaus für die Familie und sanieren Schritt für Schritt die teilweise noch mittelalterliche Substanz. Dabei förderte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die statische Sicherung des Glockenturms und die Sanierung von Dachkonstruktion und -deckung [3].

    Den ganzen Beitrag können Sie in der Oktober-Ausgabe der Bausubstanz lesen.

    Quelle: bausubstanz.de

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