Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) und seine Mitgliedsverbände haben die Klosterlandschaften zum Kulturerbe des Jahres 2026 gewählt. Damit rückt ein Erbe in den Mittelpunkt, das Architektur, Spiritualität, Alltagskultur und jahrhundertealte Landschaftspflege miteinander verbindet. Die Kampagne lädt bundesweit dazu ein, Spuren klösterlich geprägter Landschaften zu entdecken, zu erhalten und in ihrer heutigen Bedeutung neu zu vermitteln.
Bedeutung der Klosterlandschaften
Klosterlandschaften prägen seit dem Mittelalter große Teile Europas – auch in Deutschland. Sie umfassen nicht nur Kirchen, Klausurgebäude und Wirtschaftsareale, sondern auch Gärten, Wälder, Weinberge, Teiche, Felder und Wege, die über Jahrhunderte klösterlich genutzt, gestaltet und strukturiert wurden.
Nicht nur in ländlichen Räumen, sondern auch in den Städten haben Klöster das Gesicht der Landschaft entscheidend geprägt. Mit dem Aufkommen der Hospital- und Bettelorden entstanden zahlreiche Konvente, die Stadtgrundrisse, Platz- und Straßennamen sowie wirtschaftliche und soziale Strukturen nachhaltig beeinflussten.
Klosterlandschaften spiegeln religiöse, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen wider. Sie sind damit zugleich Orte der Frömmigkeitsgeschichte, der Wissensvermittlung, der Landwirtschafts- und Technikgeschichte sowie des immateriellen Kulturerbes, wie liturgische Gesänge, Prozessionen, Wallfahrten, Heil- und Gartenkunde, handwerkliche Techniken oder kulinarische Spezialitäten.
Die Kampagne lädt dazu ein, diese Praktiken stärker in den Blick zu nehmen.
Klosterlandschaften als Zukunftsräume
Gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels können Klosterlandschaften Impulse für eine nachhaltige und gemeinwohlorientierte Entwicklung geben. Viele Vereine, die sich dem Erhalt klösterlichen Erbes widmen, beschäftigen sich heute mit Fragen von Ökologie, sozialer Gerechtigkeit, fairer Landwirtschaft, Energiewende oder interreligiösem Dialog – und nutzen Gebäude und Flächen für Bildungs-, Sozial- oder Kulturprojekte.
Das Kulturerbe-Jahr 2026 will diese innovativen Ansätze sichtbar machen. Es gilt, über neue Nutzungsformen, Trägerschaften und Kooperationen nachzudenken, die das bauliche, landschaftliche und immaterielle Erbe gleichermaßen berücksichtigen.
Hintergrundinformation
Mit der Initiative „Kulturerbe des Jahres“ – hervorgegangen aus dem 2004 begründeten „Kulturdenkmal des Jahres“ – macht der BHU seit vielen Jahren auf gefährdete oder besondere Kulturlandschaften, ihre Elemente und das dazugehörige immaterielle Kulturerbe aufmerksam. Die Aktion schafft Sichtbarkeit für das Engagement von Initiativen, die wichtige kulturelle Orte erhalten und mit Leben füllen, und stärkt sie in ihrer Arbeit.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich einzubringen – sei es durch Mitarbeit in einem Verein, durch private Initiativen vor Ort oder durch die Weitergabe eigener Kenntnisse und Erfahrungen.
Weitere Informationen, Materialien und Flyer sowie Publikationen können kostenfrei beim BHU bestellt werden. Für Rückfragen, Anregungen und Projektvorstellungen steht die Geschäftsstelle des BHU zur Verfügung:
Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU)
Bundesverband für Kultur, Natur und Heimat e. V.
Adenauerallee 68, 53113 Bonn
Tel. +49 (0)228 7675 0010
Fax +49 (0)228 7675 0019
Internet: bhu.de
Kontakt
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