Stirbt das traditionelle Handwerk aus?

Kurzbeschreibung

Der Vortrag behandelt den Wandel im Bauwesen, in dem industrielle Produkte und komplexe Bausysteme an Bedeutung gewinnen, während traditionelles handwerkliches Wissen schwindet. Der Vortrag wirft provokante Fragen zu den Konsequenzen dieses Wandels und dem Verlust des traditionellen Wissens auf.

Beschreibung

Wir bauen heute schneller, normierter und mit mehr Baustoffen als je zuvor. Doch ist das automatisch Fortschritt? Während die Zahl industrieller Produkte und komplexer Bausystemestetig wächst, geht handwerkliches Wissen verloren. Aus Baustoffwissen wird Produktanwendung, aus dem Handwerker zunehmend ein Verarbeiter vorgegebener Systeme.

Der Vortrag zeigt, wie die Bauzeitenwende zur Wissenswende wurde und warum Gebäude und Bewohner dafür einen hohen Preis zahlen können. Denn ob ein Baustoff wirklich Generationen tauglich ist, zeigt sich oft erst mit der Zeit.

Am Beispiel Naturkalk wird sichtbar, wie tiefgreifend dieser Wandel ist: Aus einem klar definierten Baustoff wurde zunehmend ein Produktname. Was heute als „Kalkputz“ verkauft wird, kann völlig unterschiedliche Rezepturen und Eigenschaften besitzen. Gleichzeitig fehlen Bauherren, Planern und Verarbeitern häufig vollständige Informationen über die tatsächliche Zusammensetzung.

Der Vortrag stellt deshalb unbequeme Fragen: Wann ist ein Kalkputz noch ein Kalkputz? Wie weit darf ein Baustoff verändert werden, bevor der Name zur Täuschung wird? Und was verlieren wir, wenn traditionelles Wissen verschwindet?

Referent

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Ausstellertreff - Mehrzweckfläche 4, Ebene 0

Aussteller