Nachhaltigkeit am Ort der Grabung: Konzepte zur langfristigen Vermittlung archäologischer Befunde.

15:00 - 15:30 Uhr Sa. 07. Nov.

Kurzbeschreibung

Der Beitrag zeigt, wie archäologische Funde bei Bauprojekten von einem vermeintlichen Risiko zu einem kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert werden können. Durch die sichtbare Integration von Archäologie am Fundort lassen sich Geschichte vermitteln, Standorte aufwerten und regionale Identität stärken. Voraussetzung dafür ist eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Archäologie, Bauherren, Kommunen und Planern.

Beschreibung

Für Bauträger ist der Kontakt mit Archäologie häufig zunächst mit Unsicherheiten verbunden: zusätzliche Kosten, Zeitverzug und Planungsrisiken stehen im Vordergrund. Bleiben Untersuchungen ohne Befund, überwiegt die Erleichterung. Werden jedoch bedeutende Funde gemacht, kann dies zunächst als Belastung erscheinen. Gerade hier liegt jedoch ein oft unterschätztes Potenzial.

Ein zukunftsorientierter Ansatz besteht darin, Archäologie nicht als Hindernis, sondern als Ressource zu begreifen. Ziel ist es, archäologische Befunde am Ort ihrer Entdeckung sichtbar und erfahrbar zu machen – auch nach der Überbauung. Dadurch bleibt Geschichte nicht abstrakt, sondern wird genau dort vermittelt, wo sie stattgefunden hat. Dies kann auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden – durch einfache analoge und digitale Vermittlungsangebote, die vor Ort sichtbar sind und einen niedrigschwelligen Zugang mit vertiefenden Einblicken verbinden. Solche Maßnahmen machen Archäologie dauerhaft sichtbar und erhöhen gleichzeitig die Attraktivität eines Standortes. Ein Supermarkt mit integrierten archäologischen Elementen oder eine Schule mit Ausstellungsbereich sind nicht nur ungewöhnlich, sondern schaffen ein Alleinstellungsmerkmal, das Besucher anzieht und Identifikation stiftet.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist die enge Zusammenarbeit zwischen Archäologie, Bauherren, Kommunen und Planern. Wenn diese frühzeitig erfolgt, lassen sich kreative und wirtschaftlich tragfähige Lösungen entwickeln, die sowohl den Baufortschritt sichern als auch den kulturellen Mehrwert nutzen. Archäologische Entdeckungen können somit einen nachhaltigen Nutzen entfalten – kulturell, gesellschaftlich und auch wirtschaftlich. Sie bieten die Chance, Orte aufzuwerten, regionale Identität zu stärken und Geschichte dauerhaft in den Alltag zu integrieren.

Referent

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2

Hauptprogramm

Dieser Programmpunkt ist Teil des folgenden Hauptprogrammpunkts. Gehe auf Details um alle zugehörigen Unterprogrammpunkte zu sehen.

09:00 - 16:00 Uhr SA. 07. NOVEMBER
Nachhaltigkeit in der Archäologie

Verantwortung für Daten, Funde und Wissen

Archäologische Arbeit ist irreversibel. Nachhaltigkeit bedeutet daher vorallem die langfristige Sicherung, Nutzbarkeit und Sichtbarkeit von Funden, Daten und Forschungsergebnissen. Angesichts stetig wachsender Fund- und Datenmengen stellen sich zentrale Fragen nach Bewertung, Priorisierung, Auswertung und gesellschaftlicher Vermittlungarchäologischer Ergebnisse. Die Jahrestagung bietet ein Forum für den fachlichen Austausch zwischen Denkmalpflege, Forschung, Grabungspraxis, Museen, Daten-infrastrukturen und Öffentlichkeit.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2

Aussteller