Nachhaltigkeit in der Archäologie

Verantwortung für Daten, Funde und Wissen

09:00 - 16:00 Uhr Sa. 07. Nov.

Kurzbeschreibung

Archäologische Arbeit ist irreversibel. Nachhaltigkeit bedeutet daher vorallem die langfristige Sicherung, Nutzbarkeit und Sichtbarkeit von Funden, Daten und Forschungsergebnissen. Angesichts stetig wachsender Fund- und Datenmengen stellen sich zentrale Fragen nach Bewertung, Priorisierung, Auswertung und gesellschaftlicher Vermittlungarchäologischer Ergebnisse.
Die Jahrestagung bietet ein Forum für den fachlichen Austausch zwischen Denkmalpflege, Forschung, Grabungspraxis, Museen, Daten-infrastrukturen und Öffentlichkeit.

Beschreibung

Hinweise zur Teilnahme:

Die CIfA-Tagung steht allen Besucherinnen und Besuchern der denkmal offen. Interessierte können sowohl am gesamten Programm teilnehmen als auch gezielt einzelne Vorträge besuchen.

Die Veranstaltung wird hybrid durchgeführt und kann vor Ort oder online verfolgt werden. Die Teilnahme an der Präsenzveranstaltung ist kostenfrei. Voraussetzung für den Zutritt ist jedoch ein gültiges Ticket für die denkmal.

Für die Online-Teilnahme fallen Gebühren an.

Eine Anmeldung für die Präsenzteilnahme ist bereits per E-Mail an mail@cifa-deutschland.de möglich. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen, den Gebühren und der Online-Anmeldung finden Sie auf der Website von CIfA Deutschland: cifa-deutschland.de/veranstaltungen/tagungen


Programmablauf:

Erster Teil (9:00-10:40 Uhr)

ab 8:30 Uhr: Einlass in den Seminarraum im Congress Center

ab 8:45 Uhr: Einlass in den virtuellen Raum

9:00 Uhr: Begrüßung

9:10 Uhr: Zwischen Schutzauftrag und Zumutbarkeit – Wie nachhaltig ist das Verursacherprinzip?
Philip Lüth (Archäologie & Beratung)

9:40 Uhr: Unsichtbares sichtbar machen: GIS-gestütztes Landschaftsscreening als Instrument nachhaltiger Trassenplanung im Vorfeld linearer Infrastrukturprojekte.
Britta Kopecky-Hermanns (Büro für Bodenkunde & Geoarchäologie, beratende Geowissenschaftlerin)

10:10 Uhr: From safety to where – Strategien zum Umgang mit Feldforschungsdaten
Marco Schrickel (Landesamt f. Denkmalpflege B.-W., Esslingen)

10:40–11:30 Uhr: Pause

Zweiter Teil (11:30-13:00 Uhr)

11:30 Uhr: Licht als Werkzeug: Reflectance Transformation Imaging (RTI) als konservatorisches Werkzeug für eine nachhaltige digitale Dokumentation archäologischer Objekte.
Saskia Blumenstein (Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Abteilung 3, Archäologische Fachaufgaben, Bereich Restaurierung)

12:00 Uhr: Vom Einzelobjekt zur Massendigitalisierung: Automatisierte, non-invasive 3D-Erfassung archäologischer Kleinfunde.
Roland Clauß (Dr. Clauss Bild- und Datentechnik GmbH)

12:30 Uhr: The deep end of the FAIR principles, making documentation from archaeological excavations in Sweden interoperable and reusable through Swedigarch
Daniel Löwenborg (Associate Professor in Archaeology, Uppsala University)

13:00–14:00 Uhr: Pause

Dritter Teil (14:00-16:00 Uhr)

14:00 Uhr: Nachhaltiger Umgang mit organischen archäologischen Funden – eine interdisziplinäre Perspektive.
Kathrin Krüger (Universität Leipzig), Johanna Klügl (Archäologischer Dienst Bern /Hochschule der Künste Bern) & Oliver Nelle (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)

14:30 Uhr: Ausgegraben, ausgewertet, ausgestrahlt: Das Medium Podcast als Teil nachhaltiger Wissensvermittlung.
Christoph Genzel (Soilcast – Der bodenständige Podcast)

15:00 Uhr: Nachhaltigkeit am Ort der Grabung: Konzepte zur langfristigen Vermittlung archäologischer Befunde.
Sascha Piffko (SPAU GmbH)

15:30 Uhr: Abschlussdiskussion

Referent

Referentin

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2

Unterprogrammpunkte

09:10 - 09:40 Uhr SA. 07. NOVEMBER
Zwischen Schutzauftrag und Zumutbarkeit – Wie nachhaltig ist das Verursacherprinzip?

Der Vortrag zeigt, wie das Verursacherprinzip und rechtliche Steuerungsinstrumente eine nachhaltige und verhältnismäßige Abwägung zwischen Denkmalschutz, Eigentumsinteressen, Wissenschaft und gesellschaftlicher Akzeptanz ermöglichen.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2
09:40 - 10:10 Uhr SA. 07. NOVEMBER
Unsichtbares sichtbar machen: GIS-gestütztes Landschaftsscreening als Instrument nachhaltiger Trassenplanung im Vorfeld linearer Infrastrukturprojekte.

Am Beispiel des SuedOstLink zeigt der Beitrag, wie GIS-gestützte Analysen und archäologische Prospektionen frühzeitig Konfliktzonen identifizieren und dadurch Denkmalschutz, Bauplanung und einen nachhaltigen Trassenverlauf miteinander verbinden können.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2
10:10 - 10:40 Uhr SA. 07. NOVEMBER
From safety to where – Strategien zum Umgang mit Feldforschungsdaten

Der Beitrag zeigt aus Sicht einer Landesarchäologie, wie archäologische Daten fachgerecht und nachhaltig erhoben, dokumentiert, nutzbar gemacht und archiviert werden können, wenn der Erhalt eines Denkmals am Fundort nicht möglich ist.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2
11:30 - 12:00 Uhr SA. 07. NOVEMBER
Licht als Werkzeug: Reflectance Transformation Imaging (RTI) als konservatorisches Werkzeug für eine nachhaltige digitale Dokumentation archäologischer Objekte.

Der Beitrag stellt Reflectance Transformation Imaging (RTI) als nicht-invasive und nachhaltige Methode zur hochauflösenden Dokumentation archäologischer Oberflächen vor. Anhand von Praxisbeispielen wird gezeigt, wie RTI Zustandserfassung, Schadensanalyse und interdisziplinäre Zusammenarbeit unterstützt. Zudem werden Anforderungen an Datenmanagement und Archivierung für eine langfristige Nutzung diskutiert.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2
12:00 - 12:30 Uhr SA. 07. NOVEMBER
Vom Einzelobjekt zur Massendigitalisierung: Automatisierte, non-invasive 3D-Erfassung archäologischer Kleinfunde.

Der Beitrag stellt mit dem CyberGlobe-System einen automatisierten, berührungslosen photogrammetrischen Workflow zur hochauflösenden 3D-Digitalisierung archäologischer Kleinfunde vor. Durch kontrollierte Aufnahmebedingungen und automatisierte Prozesse entstehen reproduzierbare, präzise Datensätze bei reduziertem Zeitaufwand, geringeren Kosten und minimalem Risiko für empfindliche Objekte. Die Daten ermöglichen zudem weiterführende Analyse-, Visualisierungs- und Vermittlungsverfahren und erleichtern die skalierbare Digitalisierung umfangreicher Sammlungen.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2
12:30 - 13:00 Uhr SA. 07. NOVEMBER
The deep end of the FAIR principles, making documentation from archaeological excavations in Sweden interoperable and reusable through Swedigarch

Der Beitrag stellt die schwedische Forschungsinfrastruktur Swedigarch und die Entwicklung standardisierter, FAIRer archäologischer Datenstrukturen vor. Am Beispiel der Ostlänken-Ausgrabungen werden offene Formate, kontrollierte Vokabulare und dauerhafte Identifikatoren erprobt, um Daten langfristig auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar zu machen. Zugleich werden bisherige Lösungen und verbleibende Herausforderungen diskutiert.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2
14:00 - 14:30 Uhr SA. 07. NOVEMBER
Nachhaltiger Umgang mit organischen archäologischen Funden – eine interdisziplinäre Perspektive.

Der Beitrag thematisiert die konservatorischen, dokumentarischen und lagerungsbezogenen Herausforderungen im nachhaltigen Umgang mit nass erhaltenen organischen Funden wie Rinde, Holz und Fasern. Am Beispiel des Projekts Archaeobark wird gezeigt, dass insbesondere begrenzte Ressourcen, hohe Energieaufwände und die Fragilität der Objekte eine bewusste Auswahl, Priorisierung und frühzeitige Dokumentation erfordern. Gefordert werden nachhaltige und zugleich praktikable Konzepte, die Aufwand, Erkenntnisgewinn, Erhaltungszustand und verfügbare Ressourcen angemessen berücksichtigen.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2
14:30 - 15:00 Uhr SA. 07. NOVEMBER
Ausgegraben, ausgewertet, ausgestrahlt: Das Medium Podcast als Teil nachhaltiger Wissensvermittlung.

Der Vortrag untersucht Podcasts als ergänzendes Format nachhaltiger Wissenschaftskommunikation in der Archäologie. Entscheidend für ihre langfristige Wirkung sind nicht nur digitale Verfügbarkeit, sondern auch Auffindbarkeit, Kontextualisierung und ihre Funktion als Brücke zwischen Forschung, Öffentlichkeit und Wissenszirkulation.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2
15:00 - 15:30 Uhr SA. 07. NOVEMBER
Nachhaltigkeit am Ort der Grabung: Konzepte zur langfristigen Vermittlung archäologischer Befunde.

Der Beitrag zeigt, wie archäologische Funde bei Bauprojekten von einem vermeintlichen Risiko zu einem kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert werden können. Durch die sichtbare Integration von Archäologie am Fundort lassen sich Geschichte vermitteln, Standorte aufwerten und regionale Identität stärken. Voraussetzung dafür ist eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Archäologie, Bauherren, Kommunen und Planern.

CCL, Seminarraum 6/7, Ebene +2

Aussteller