Vom Restaurierungsglas bis zur Wiederverwendung historischer Originalverglasungen
Historische Verglasungen sind Teil der originalen Bausubstanz und prägende Elemente historischer Gebäude. Die Restaurierung historischen Glases erfordert deshalb neben handwerklichem Können auch technisches und historisches Verständnis. Eine zentrale Frage dreht sich um die Auswahl des geeigneten Glases – und damit auch um die Entscheidung, ob vorhandenes Originalglas erhalten und wiederverwendet oder durch passendes Restaurierungsglas ersetzt werden soll.
Hinzu kommen Anforderungen an die weitere Nutzung. Moderne Bearbeitungs- und Produktionsverfahren ermöglichen es heute, den historischen Charakter einer Verglasung zu bewahren und gleichzeitig Wärme-, Sicherheits-, UV- oder IR-Schutz zu berücksichtigen.
Sollingglas bietet vielfältige Lösungen für die Restaurierung und Denkmalpflege – von bewährtem Restaurierungsglas über funktionale Verglasungsaufbauten bis zur Aufarbeitung und Wiederverwendung historischer Originalverglasungen.
Antiqua – Restaurierungsglas passend zum historischen Bestand
Wo historisches Glas fehlt oder ersetzt werden muss, kommt es darauf an, ein Glas zu wählen, das zum Gebäude und zur vorhandenen Verglasung passt.
Mit dem hauseigenen Restaurierungsglas Antiqua lassen sich auch größere Maße realisieren – je nach Glasstärke bis zu 1.000 × 2.000 mm. Struktur und Oberfläche orientieren sich am Erscheinungsbild des historischen Glases. Auch das Aufbringen einer Wärmeschutzschicht sowie weitere Verarbeitungen sind möglich.
SG-Historic+ Dur – historisches Glas als Sicherheitsglas
Neben der Optik von historischen Verglasungen müssen insbesondere funktionale und sicherheitstechnische Anforderungen berücksichtigt werden.
Restaurierungsglas und mundgeblasenes Echt-Antikglas ab 2 mm werden bei Sollingglas thermisch vorgespannt und finden Anwendung als Sicherheitsglas in vielen historischen Bauwerken. Durch die thermische Vorspannung wird das Glas temperaturbeständiger, biegeelastischer und schlagzäher.
Somit kann es auch in kritischen Bereichen wie beispielsweise im Schlagschatten oder vor farbigem Glas eingesetzt werden.
SG-Historic+ Therm – schlanke Isolierverglasungen
Eine besondere Herausforderung ist die Integration moderner Isolierverglasungen in historische Rahmenkonstruktionen. Die vorhandenen - meist schmalen - Glasfalze waren ursprünglich für Einfachverglasungen ausgelegt.
Entsprechend schlank müssen die Glasaufbauten ausgeführt werden, wenn Eingriffe in die historische Substanz möglichst geringgehalten werden sollen.
Dabei sind nicht nur die verfügbaren Einbaumaße zu berücksichtigen, sondern auch das höhere Eigengewicht gegenüber einer Einfachverglasung, Windlasten, thermische Spannungen und die langfristige Materialverträglichkeit.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Randverbund, der dauerhaft vor UV-Strahlung und eindringender Feuchtigkeit geschützt werden muss.
So entstehen bei Sollingglas Verglasungslösungen, die den historischen Bestand möglichst wenig verändern und zugleich heutige bauphysikalische und funktionale Anforderungen erfüllen.
Historisches Originalglas erhalten und wiederverwenden
Ist historisches Originalglas noch vorhanden, lohnt sich ein genauer Blick auf den Bestand. Denn nicht immer muss vorhandenes Glas ersetzt werden.
Je nach Zustand und Anforderung kann historisches Originalglas aufgearbeitet, weiterbearbeitet und erneut eingesetzt werden. Auch die Integration in neue Verglasungsaufbauten kann möglich sein.
Damit eröffnet sich die Möglichkeit, Originalsubstanz zu erhalten und zugleich Anforderungen – z.B. an Wärme-, Sicherheits-, UV- oder IR-Schutz – für die weitere Nutzung zu berücksichtigen.
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