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25.11.2021 denkmal

Ein frischer Blick auf Sachsens Industriekultur!

Ob Filtertüten oder die Spiegelreflexkamera – was Pionierkultur erschuf, eroberte von Sachsen aus die Welt. Vor kurzem haben sich sächsische Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur versammelt und den Landesverband Industriekultur Sachsen neu gegründet. Die erste Vorstandsvorsitzende des Industriekultur Leipzig e.V. Maxi Bornmann hat in Vertretung des Vereins Industriekultur Leipzig an den Vorbereitungen zur Gründung mitgewirkt. Im Interview gibt sie Einblicke in die Neugründung des Netzwerkbündnisses.

Das vergangene Jahr der Industriekultur 2020 brachte der Industriekultur Sachsens viel Beachtung. Das nutzten in diesem Jahr zehn Akteurinnen und Akteure der sächsischen Industriekultur, die seit Mai die Neugründung des Landesverbands Industriekultur Sachsen als Netzwerkbündnis und Sprachrohr sämtlicher sächsischer Vertreter des Feldes vorbereiten. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem Vertreter des Zweckverbands Sächsisches Industriemuseum, Chemnitz, des Industrievereins Sachsen 1828, des Kreativen Chemnitz und Kreativen Sachsen, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Tourismusregion Zwickau sowie weiterer Museen. Dazu zählen etwa das August-Horch-Museum Zwickau und Prof. Dr. Helmuth Albrecht, unter anderem Lehrstuhlinhaber für Technikgeschichte und Industriearchäologie an der TU Freiberg und als Privatperson Thomas Geisler, Direktor des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

„Das Jahr der Industriekultur 2020 hat einen gewissen Impuls zur Neugründung gegeben. Im Oktober 2020 fanden ein erstes Treffen mit verschiedenen Vertretern der Industriekultur in Sachsen und diesjährig dann diverse Sitzungen statt“, berichtet die erste Vorstandsvorsitzende des Industriekultur Leipzig e.V. Maxi Bornmann. „Bei einer Neugründung ist es essenziell, wie genau man diesen Prozess gestaltet. Es gibt große Museen und kleine Vereine mit ihren ganz persönlichen Herausforderungen. Hier besteht auch die Frage, wie breit- oder enggefasst man den Begriff Industriekultur auslegt – etwa als Industriegeschichte und Architektur oder mehr auf die Zukunftsperspektive bezogen auch Betriebe und Unternehmen einbindend“, veranschaulicht Bornmann.

Die Gründungskonferenz des Landesverbands Industriekultur Sachsen fand am 12. Oktober 2021 in der ehemaligen Baumwollspinnerei Alte Baumwolle in Flöha statt. „Generell wird es hier um wichtige Ziele wie Vernetzung, Austausch und eben auch darum gehen, eine gemeinsame Plattform zu haben. Mit der Neugründung soll erreicht werden, gegenüber Politik und Verwaltung als großer Landesverband zum Thema Industriekultur in Sachsen auftreten und eigene Projekte zur Förderung der Industriekultur besser umsetzen zu können“, erläutert Bornmann. Als erstes Projekt zur Sichtbarkeit des Verbands ist zunächst der Ausbau der eigenen Website zur Kommunikation geplant. „Zudem sollen thematische Arbeitsgruppen – sogenannte Cluster – entwickelt werden, etwa für Bereiche wie die Textilbranche oder den Tourismus“, so Bornmann.

Nach dem erfolgreichen Jahr der Industriekultur 2020 in Sachsen steht 2021 die Industriekultur bei Kulturland Brandenburg im Fokus eines Themenjahres. Auch hier soll es nicht nur um einen erhaltungsbemühten Rückblick, sondern auch künftige Perspektiven gehen. „Es gibt zahlreiche Aspekte, warum es für die Region bedeutend ist, die Arbeits- und Lebensverhältnisse der gegenwärtigen Industriegesellschaft aus ihrer historischen Entwicklung heraus zu verstehen, zu zeigen und sich mit dieser im Hinblick auf sinnvolle Perspektiven auseinanderzusetzen – beispielsweise in Bezug auf Themen wie Umweltschäden als Auswirkung der Industrialisierung, soziale Fragen, wie angemessener Wohnraum – auch politische Entwicklungen, etwa für die Frauenbewegung, müssen beleuchtet und ins Bewusstsein gebracht werden. Nur so kann man sich mit dem gesellschaftlichen Wandel sinnvoll beschäftigen und entsprechende Zukunftsperspektiven entwickeln“, verdeutlicht Bornmann.

Zum Themenfokus Industriekultur auf der kommenden denkmal 2022 gibt es derzeit aufgrund der Neugründung noch keine konkrete Planung – gleichwohl bereits zahlreiche interessante Ansätze seitens des Vereins Industriekultur Leipzig: „2022 findet das Event 125 Jahre Sächsisch-Thüringische Gewerbeausstellung mit einem vielseitigen Spektrum an Veranstaltungen statt. Die Anfänge des Clara-Zetkin-Parks mit dem Palmengarten gehen auf die Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung von 1897 zurück. Noch heute sieht man Überreste der letzten großen Schau in Leipzig zum Thema. Dies wäre ein interessanter Fokus für die Planung zur kommenden denkmal. Zusätzlich feiern die Tage der Industriekultur 2022 ihr zehntes Jubiläum – auch hier gäbe es sicherlich spannende Ideen“, verrät Bornmann.

Weitere Impressionen

Bernd Gitter / Industriekultur Leipzig e.V.
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