Die Glocke – ein hochbeanspruchtes Musikinstrument

14:00 - 15:00 Uhr Do. 05. Nov.

Kurzbeschreibung

Das Läuten von Glocken verursacht mechanische Belastungen und Ermüdungsrisse, was jährliche Reparaturen erfordert, wobei oft historische Inschriften verloren gehen. Die Hauptursache für Risse ist Materialermüdung durch Anschläge und Zugbeanspruchung. Zur Verlängerung der Lebensdauer müssen die Belastungen durch optimierte Läutebedingungen reduziert werden. Das Europäische Kompetenzzentrum für Glocken ECC-ProBell forscht seit über 20 Jahren zur Vermeidung solcher Schäden und hat Verfahren zur Bestimmung des Ermüdungsrisikos entwickelt, die eine gezielte Optimierung der Läutebedingungen ermöglichen.

Beschreibung

Das Läuten von Glocken ist mit hohen mechanischen Belastungen für den aus Bronze gegossenen Glockenkörper verbunden. Jedes Jahr müssen zahlreiche Glocken vom Turm genommen werden, um Ermüdungsrisse durch Schweißen zu reparieren. Der Aufwand für solche Eingriffe ist erheblich, und in vielen Fällen werden wertvolle Inschriften oder Verzierungen historischer Glocken beim Schweißen irreversibel beschädigt oder zerstört. Darüber hinaus werden Glocken auch durch starken Verschleiß an den Anschlagsstellen oder Risse in der Glockenkrone geschädigt.

Die Hauptursache für eine Rissbildung in Glocken ist Materialermüdung, die entweder durch die wiederkehrenden Anschläge des Klöppels oder durch übermäßige Zugbeanspruchungen an der Glockenkrone verursacht werden. Zur nachhaltigen Erhaltung und wirksamen Verlängerung der Lebensdauer von Glocken müssen daher die beim Läuten auf die Glocke wirkenden Belastungen durch Optimierung der Läutebedingungen und Anschlagparameter reduziert werden.

Das Europäische Kompetenzzentrum für Glocken ECC-ProBell forscht seit über 20 Jahren an Glocken, um Schäden nachhaltig zu vermeiden und ein schonendes Läuten bei guter Klangentfaltung zu erreichen. Die Ursachen und Zusammenhänge für die Entstehung und Ausbreitung von Ermüdungsschäden und Schlagverschleiß an Glocken konnten umfassend geklärt und einer ingenieursmäßigen Betrachtung zugänglich gemacht werden. Die abgeleiteten Auslegungsverfahren erlauben nun eine rechnerische Bestimmung des Risikos für Ermüdungsschäden an Glocken sowie die gezielte Beeinflussung der klanglichen Eigenschaften der läutenden Glocke. Die Läutebedingungen lassen sich damit für die unterschiedlichen Anforderungen gezielt optimieren – sei es aus denkmalpflegerischer Sicht zur Minimierung des Schadensrisikos, sei es aus musikalischer Sicht zur Verbesserung der Klangentfaltung oder Lautstärke oder sei es aus baudynamischer Sicht, um Schäden an schwingungsdynamisch kritischen Glockentürmen zu vermeiden.

probell.de

Referent

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

CCL, Vortragsraum 9, Ebene +2

Aussteller